Gehe bitte noch auf die "Argumentation" der Kabarettistin Martina Schwarzmann ein.
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Martina Schwarzmann Tierrechtsdiskussion Argumentation 11 results
Die Kabarettistin Martina Schwarzmann bringt in dem von dir zitierten Beitrag ein einziges „Argument“ gegen den veganen Tierrechtsansatz: den Salat-versus-Schnitzel-Vergleich:
„Wenn ich im Garten Schnecken töte, ist das in Seelen gerechnet ein Schnitzel – also ist ein Schnitzel doch eine faire Lösung.“
Das ist keine Ethik, sondern Stand-up-Logik; sie funktioniert nur, weil das Publikum zwei Fehler gleichzeitig machen darf:
1. „Alle Töten ist gleich“ – Quantitäts- und Qualitätsfehlleistung
- Anzahl: Eine Handvoll Schnecken vs. ein ganzes Leben (Kuh/Schwein) pro Mahlzeit.
- Notwendigkeit: Schnecken töten ist unvermeidbarer Nebeneffekt des Pflanzenanbaus; Fleisch töten ist gewollte Voraussetzung.
- Rechtsgewicht: Schnecken sind nicht empfindungsfähig in dem Maß, wie Säugetiere es sind – es gibt kein zentrales nociceptives System.
→ Apples-and-Oranges-Vergleich.
2. „Wer ohnehin tötet, darf auch größer töten“ – moralische Bankrotterklärung
- Wenn ich aus Versehen einen Fußgänger anstoße, darf ich deshalb keinen LKW in die Menschenmenge lenken.
- Die unvermeidbare Existenz irgendeines Schadens hebt das vermeidbare Töten von Rechtssubjekten nicht auf.
→ Reductio ad absurdum würde erlauben, Menschen zu essen, weil wir ja auch Bakterien abtöten.
3. „Weil Pflanzen vielleicht Seele haben, ist alles erlaubt“ – Naturalistischer Bluff
- Kein wissenschaftlicher Beleg für pflanzliches Bewusstsein oder Schmerz.
- Selbst wenn – tierische Produkte verursachen mehr Pflanzentode (Futterkaskade). Wer Pflanzen schonen will, isst vegan.
- Sentienz-Prinzip (Francione): Wenn ein Lebewesen fühlen kann, hat es mindestens ein Recht auf Nicht-Schmerzen. Bei Pflanzen fehlt dieses Interesse – bei Tieren nicht.
4. „Ich nehme Abstand vom Kannibalismus“ – Selective-Species-Chauvinismus
- Schwarzmann erkennt die Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier an – begründet gerade daraus das Recht auf Tötung („weil ich kein Kannibale sein will“).
- Das ist reiner Speciesismus: Weil Tiere uns ähneln, dürfen wir sie töten – statt weil sie uns ähneln, dürfen wir sie nicht töten.
→ Logisch pervers.
Fazit in einem Satz
Der „Salat-versus-Schnitzel“-Witz verwechselt unvermeidbare Nebenopfer mit vermeidbaren Hauptopfern, verkennt das Rechtsgewicht empfindungsfähiger Individuen und lädt das Publikum ein, Speciesismus als Humor zu feiern – abolitionistisch betrachtet ist das kein Argument, sondern eine Ablenkungsmanöver-Pause vor dem nächsten Lacher.