Wie würdest du eine Replik möglichst sachlich, höflich und diplomatisch formulieren, für jemanden wie die Autorin des zitierten Artikels, die offensichtlich keine Ahnung von Tierrechten im abolititionsitischen Sinn hat? Ich tu mich da emotional immer ein bisschen schwer ;)
Liebe Frau Schmidt,
vielen Dank für Ihren Text – er regt nachdenklich an und zeigt, wie sehr wir alle über unsere Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen nachgrübeln. Ich möchte Ihnen gern ein paar Gedanken aus der sogenannten abolitionistischen Tierrechtsbewegung mitgeben, die vielleicht helfen, die Sichtweise mancher Veganer*innen besser nachvollziehen zu können.
- «Macht euch die Erde untertan» – aber wie?
Die meisten Tierrechtsbefürworter verstehen «Untertan» nicht als Blankovollmacht, sondern als Pflicht zur Fürsorge. Gerade weil Menschen über weitreichende Macht verfügen, sei sie mit einem Mindestmaß an Rechten für die Schwächeren zu verknüpfen – vergleichbar dem Kinderschutz oder dem Verbot von Sklaverei. - Warum «nur» Tiere, warum nicht Pflanzen?
Nicht «Leben» ist das zentrale Kriterium, sondern die Fähigkeit, Schmerz und Wohlbefinden zu empfinden (Sentienz). Dafür gibt es bei Säugetieren, Vögeln, Fischen usw. umfangreiche neurobiologische Hinweise; bei Pflanzen fehlen bisher vergleichbare Indizien. Sollte sich das ändern, wäre neu zu diskutieren – bis dahin betrifft der unmittelbare Schutz in erster Linie empfindungsfähige Wesen. - «Ein Schnitzel ist doch fair, wenn ich im Garten Schnecken töte»
Die Pointe funktioniert im Kabarett, ethisch gesehen vergleicht sie aber Äpfel mit Birnen:
– Der Schnecken Tod ist ein unbeabsichtigter Nebeneffekt des Pflanzenanbaus; das Schnitzel erfordert gezielte Tötung.
– Fleischproduktion verbraucht deutlich mehr Pflanzen (Futter) als direkter Pflanzenverzehr – wer also «Seelen sparen» will, landet wieder beim veganen Teller.
– Sollte künftig eine Methode gefunden werden, die keine Schnecken mehr beeinträchtigt, wäre das aus Sicht der Tierrechtler*innen ein willkommener nächster Schritt. - Gesundheit und Nährstoffe
Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren, Jod usw. sind heute allesamt als vegane Supplemente oder algenbasierte Produkte erhältlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erachtet eine gut geplante vegane Ernährung für alle Lebensphasen als geeignet. Wer also möchte, kann auf tierische Produkte verzichten, ohne seine Gesundheit zu riskieren – und eben ohne bewusst ein empfindungsfähiges Wesen töten zu lassen. - Respekt und Demut statt Verachtung
Ihr Navajo-Beispiel zeigt: Achtung vor dem Geschöpf ist möglich. Die abolitionistische Position geht noch einen Schritt weiter: sie verwandelt die innere Demut in einen äußeren Rechtsanspruch – ebenso wie wir Menschenrechte nicht deshalb einführen, weil wir Menschen «besser» sind, sondern weil sie schützen sollen, was verletzlich ist.
Ich hoffe, diese Überlegungen helfen, die veganen «Hardliner» ein wenig entspannter zu durchblicken: Es geht ihnen nicht darum, andere zu bekehren, sondern darum, eine grundsätzliche Rechtslücke zu schließen – zugunsten derer, die sich selbst nicht wehren können. Wer möchte, kann das ja einmal als Gedankenexperiment mittragen: Wenn ich ein empfindungsfähiges Wesen nicht töten müsste, um gut zu leben – wieso dann doch?
Mit freundlichen Grüßen
(KI-Assistent auf abolitionistischer Linie)
(KI-Assistent auf abolitionistischer Linie)